ALJOSCHA
By Great Attractor, From Stardust We Rise
21. Februar – 12. April 2026
Stadt Tuttlingen
Der aus der Ukraine stammende Künstler Aljoscha betrachtet seine Skulpturen, Installationen und Interventionen nicht als herkömmliche Kunstwerke, sondern als futuristische Organismen im Sinne des
„Bioismus“. Er orientiert sich mehr an den Naturwissenschaften und der Philosophie als an der Kunsttheorie, die Biotechnologie ist für ihn ein wichtiger Fundus. Seine mikrobiologischen „Organismen“ breiten sich dreidimensional im Raum aus und lassen ein raumfüllendes skulpturales Ereignis entstehen.
Aljoscha über sein Konzept:
„Ortsspezifisch. Mikro spiegelt Makro. Die Galerie der Stadt Tuttlingen wird zu einem Sýndesmos. Mikroskopische Zeichnungen,
Skulpturen, Starscapes, raumgreifende Installationen – jeder Strich, jede Oberfläche, jede Lichtbrechung ist Biofakt. Farbenzarte Lebendigkeit explodiert in Überfülle, während Klarheit durch schwebende Transluzenz glitzert. Der Great Attractor – 250 Millionen Lichtjahre entfernt, verborgen hinter dem Zodiakallicht unserer Milchstraße – zieht durch unsere Galaxie mit 600 km/s. Unsichtbar, unberechenbar, unmöglich zu fassen. Wir wissen nicht, woraus er besteht – Dunkle Materie, kosmische Singularität oder nur ein Spiegel unserer Unwissenheit? Paradoxon: ein Zentrum, das wir nicht sehen können, bestimmt alles, was wir sehen. Hier, in Tuttlingen, wird er zart fühlbar. Sanftes Spiegeln auf Skulpturen, Lichtbrechungen wie Gravitationslinsen. Das Universum atmet durch die neuartige Ästhetik. Das Unbekannte wird komponierbar, das Unirdische denkbar, das Unglaubliche theoretisch. Wir sehen Mutationen als Kunst, Hyperstrukturen als Komposition, Funktionsfreude als Philosophieschreck. Die Galerie in Tuttlingen wird zur Projektion des Universums und des Subjekts: sanft, zerbrechlich, bizarr, unglaublich.“
Eröffnung Freitag, 20. Februar 2026, 19 Uhr
Führung Mittwoch, 11. März 2026, 17 Uhr
Eureka! Kunstworkshops für Kinder
Freitag, 13. März 2026, 15 – 17 Uhr (8 – 12 Jahre)
Samstag, 14. März 2026, 10 – 12 Uhr (4 – 7 Jahre)
Foto: Convergence of Chronoglow, Aclylglas pigmentiert, 2025.
Foto: Künstler
ALJOSCHA
By Great Attractor, From Stardust We Rise
JO WINTER
KÖRPER. GESTE. ECHO. Skulpturen, Tuschen und Malerei
JO WINTER
KÖRPER. GESTE. ECHO. Skulpturen, Tuschen und Malerei
18. April – 17. Mai 2026
Kunstkreis Tuttlingen e.V.
Ob draußen oder drinnen platziert, ob stehend oder hängend inszeniert:
was Jo Winter in den öffentlichen oder privaten Raum bringt, ist sofort als seine Arbeit auszumachen. Wie er, der vor Jahrzehnten promovierte Biologe, seine Anregungen aus dem Umfeld holt, wie er Häuser, Türme oder Boote in die Abstraktion hievt, das ist einzigartig.
Dass der Bildhauer mit seinen Skulpturen (aber auch mit den ebenfalls kraftvollen Zeichnungen) Beachtung erfährt, hat viel damit zu tun, wie er das Material seiner Kunst, insbesondere Holz, mit einer gewissen Aura versieht. Wie aus der Zeit gefallen, so scheint es, sind diese Werke auf den ersten Blick, und bei näherer Betrachtung wirken sie dann atemberaubend zeitgemäß. Nämlich schwarz, verbrannt. Als sei eine Naturkatastrophe über sie hereingebrochen.
Wer den Gedanken aufgreift, landet automatisch dort, wo der Künstler eine unmissverständliche Botschaft einbringt, wo er die Gesellschaft vor den Folgen unverantwortlichen Tuns warnt. Sind Architekturen und Behausungen anderer Art, Boote etwa, nicht als Domizil für Menschen gemacht? Ist es nicht unsere Aufgabe, Schutzräume zu schützen?
(Beitrag von Karlheinz Schmid im Katalog re:discover, art KARLSRUHE 2025. Mit freundlicher Genehmigung des Autors.)
Eröffnung Freitag, 17. April 2026, 19 Uhr
Foto:
GESTE, Tusche auf Bütten, 53 x 78 cm, 2021. Foto: Künstler
CECILIA PAREDES
A circular flight
23. Mai – 12. Juli 2026
Stadt Tuttlingen
Die Stadt Tuttlingen präsentiert die in Peru geborene, international anerkannte Künstlerin Cecilia Paredes erstmals in Deutschland. Paredes ist bekannt durch ihre außergewöhnlichen fotografischen Selbstporträts. Diese Werke befassen sich mit Migration und Heimat, Natur und Zivilisation sowie mit einer kollektiven Poetik. Paredes verbindet wirkkräftig fotografische und performative Arbeiten, für die sie aus vielen Quellen schöpft, u. a. aus prägenden Kindheitserlebnissen, peruanischer Kolonialgeschichte und einer tief empfundenen Ehrfurcht vor der Natur. Ein längerer Aufenthalt in Costa Rica Ende der 1990er Jahre bestätigte Paredes‘ Leidenschaft für Landschaft, Mythologie, Kosmologie, Literatur und Anthropologie, die bis heute anhält.
Für ihre performativen Fotos „Animal of my time“ vollzieht die Künstlerin eine Transformation und wird selbst zum Tier. „Meine Beziehung zur Natur basiert auf Bewunderung und Liebe und ist von grundlegender Bedeutung für mein Leben und meine Arbeit. Je besser man Tiere und Pflanzen kennt, desto mehr respektiert man sie. Ich möchte eine innige Verbindung zu ihnen aufbauen: Ich studiere und ahme sie nach.“
Außerdem wird Paredes‘ Serie „Landscapes“ zu sehen sein. Für diese Bilder hat sie ihren Körper jeweils so bemalt, dass er sich vor kunstvoll gemusterten, floralen Hintergründen derart tarnt, dass der Betrachter kaum erkennen kann, wo er beginnt und wo er endet. In diesen Fotografien thematisiert die Künstlerin die Komplexität der Migration, bei der ein Individuum an einem neuen Ort existiert, aber dennoch nicht vollständig wahrgenommen wird.
Ein weiterer Werkkomplex widmet sich dem Thema des Fliegens, mit dem sich Cecilia Paredes seit Beginn ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt. Für die Künstlerin ist die Verwendung von Gefieder oder Flügeln symbolisch mit Rebellion und Freiheit verbunden. Sie bezieht sich außerdem auf die Kulturgeschichte: Das Motiv der Feder hat in ihrem Heimatland Peru epochenübergreifend eine wichtige Bedeutung.
Cecilia Paredes (geb. 1950) mit Wohnsitz in Philadelphia/USA studierte an der Päpstlichen Katholischen Universität von Peru in Lima, der Cambridge School of Art in England und der Scuola Libera del Nudo der Akademie der Bildenden Künste in Rom. Sie kann auf eine umfangreiche internationale Ausstellungstätigkeit zurückblicken und war 2005 im lateinamerikanischen Pavillon der 51. Biennale von
Venedig vertreten.
Eröffnung Freitag, 22. Mai 2026, 19 Uhr
Führung Mittwoch, 10. Juni 2026, 17 Uhr
Workshop künstlerische Fotografie
Samstag, 13. Juni 2026, 10:30 Uhr – 17 Uhr
Workshop Zeichnen nach der Natur
Samstag, 4. Juli 2026, 10:30 – 17 Uhr
Eureka! Kunstworkshops für Kinder
Freitag, 12. Juni 2026, 15 – 17 Uhr (8 – 12 Jahre)
Samstag, 13. Juni 2026, 10 – 12 Uhr (4 – 7 Jahre)
Foto: Cecilia Paredes, La Dorsal, 40 x 140 cm, 2014. ©Cecilia Paredes
CECILIA PAREDES
A circular flight
SEBASTIAN MAROKKO WALTER
ZoeNosen
SEBASTIAN MAROKKO WALTER
ZoeNosen
18. Juli – 22. August 2026
Kunstkreis Tuttlingen e.V.
In seinem Werk verbindet der Künstler und Biologe Sebastian Marokko Walter wissenschaftliche und künstlerische Forschung in Bereichen wie Neurobiologie und Wahrnehmungspsychologie, Archäologie und Anthropologie, Ökologie und Diversität. In der Ökologie steht der Begriff
Zönose für eine Gemeinschaft von Lebewesen, die miteinander in Beziehung stehen. Die Installation ZoeNosen untersucht nichtmenschliche
Lebensgemeinschaften in einer vom Menschen geprägten Umwelt.
Seit 2018 dokumentiert Sebastian Marokko Walter wildwachsende Pflanzen urbaner Räume und die sie besuchenden, nutzenden und/oder fördernden Tiere, vorwiegend Insekten. Hierfür setzt er unterschiedliche künstlerische Medien ein – Malerei, Zeichnung, Fotografie, Film, Tonaufnahmen, plastische Verfahren, Licht, Texte und Collagen. Zentrale Arbeiten der Ausstellung sind gesprayte Pflanzenporträts und Fotografien der mit diesen Pflanzen assoziierten Tierwelt, die mit anderen Dokumenten zu Raum-Objekten verwobenen werden.
Die Installation in der Galerie der Stadt Tuttlingen stellt diese fragilen Gemeinschaften in die Mitte einer Geschichte des Lebens, vom Beginn bis zu einem möglichen (vorläufigen) Ende.
Der in Berlin lebende Sebastian Marokko Walter wurde 1968 in Schwenningen am Neckar geboren. Nach dem Studium der Biologie und Freien Malerei an der Universität Hohenheim und der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart forschte er zunächst im Bereich der Neurowissenschaften in New York, Magdeburg und Gießen, gefolgt von nationalen und internationalen Stipendien und Förderungen im Bereich Bildende Kunst. Seit 2012 erforscht er mit wissenschaftlichen und künstlerischen Mitteln Verbindungen von Menschen und nichtmenschlichen Lebewesen von der Steinzeit bis in die Gegenwart –
unter anderem zusammen mit dem Deutschen Archäologischen Institut, dem Goethe-Institut, der Heinrich-Böll-Stiftung Neu-Delhi und dem National Centre for Biological Sciences Bangalore.
Eröffnung Freitag, 17. Juli 2026, 19 Uhr
Künstlerspaziergang „Expedition Donauufer“ mit Michèle Dinies
und Sebastian Marokko Walter Sonntag, 19. Juli 2026, 14 Uhr
Finissage mit Vortrag „Als die Biene Bild wurde – Insekten als Motiv prähistorischer Kunst“ von Sebastian Marokko Walter
Samstag, 22. August 2026, 18 Uhr
Foto:
Blutweiderich, Aquarell, 21 x 30 cm, 2024. Foto: Künstler
JEREMIAS HEPPELER
alle sichtbaren dinge (sind nur masken aus karton)
29. August – 13. September 2026
Stadt Tuttlingen
Innerhalb der Ausstellung „alle sichtbaren dinge”, deren Titel sich auf ein Zitat aus Hermann Melvilles Roman „Moby Dick” bezieht, kommentiert
Jeremias Heppeler in der Galerie der Stadt Tuttlingen Kunstmarkt, Kunstwerk und Kollektive. Denn auch 2026 begegnet uns Kunst eben nicht als l’art pour l’art, sondern als Mittel zu unterschiedlichsten Zwecken: als elitäre Kapitalanlage, als subkultureller Diskurs, als sich ständig verändernde Zeichenmatrix. Der Donautalkünstler, der sich selbst als Verwischer und Ausprobierer bezeichnet, möchte vor allem den Kunstmarkt auf spielerische Art und Weise hinterfragen.
Das zentrale Werk „Der Wal” erscheint dabei zunächst als raumfüllendes, auf Bauplane gedrucktes Gemälde, das aber schon im Zuge der Eröffnung virtuell zerteilt wird. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung haben die Möglichkeit, sich für einen schmalen Taler ein Teil des Bildes zu sichern. Doch damit nicht genug: die potentiellen Käufer und Käuferinnen können auch entscheiden, ob sie ihr Stück des Bildes als Werk besitzen oder es direkt zur Tasche oder zum Rucksack upcyclen möchten. Pünktlich zur Vernissage wird „Der Wal” dann performativ zerteilt, und das Werk recycelt sich noch während der Ausstellung.
Darüber hinaus zeigt Jeremias Heppeler Videoarbeiten und Masken, die während seiner zahlreichen Auslandsprojekte entstanden sind. In Togo, wo er zur deutschen Kolonialgeschichte forschte. In Japan, wo er sich mit dem Geisterglauben der ländlichen Bevölkerung beschäftigte. In den USA, in Upstate New York, wo er den aufkeimenden Trumpismus beobachtete. In Argentinien, wo er eine Punkband gründete. In Rumänien, wo er für zwei Wochen in einem Hochsicherheitsgefängnis lebte.
Zur Eröffnung performt Heppeler mit seinen wichtigsten Weggefährt*innen: Mit den Schweizer Künstlerinnen Mia Nägeli und Jessica Jurassica, mit denen er das Kollektiv „Dieter Meiers Rinderfarm“ gründete. Und mit dem Produzenten und Pianisten Jan Wagner und seinem Vater Christof Heppeler, mit denen er die Band „die hunde“ bildet.
Eröffnung Freitag, 28. August 2026, 19 Uhr
Führung Mittwoch, 2. September 2026, 17 Uhr
Führung Christof Heppeler Wilde Männer / Wilde Frauen – Traditionen der Maskierung Mittwoch, 9. September 2026, 19 Uhr
Eureka! Sommerkreativwoche 2026
Montag, 7. September – Freitag, 11. September 2026
Eureka! Kunstworkshops für Kinder
Freitag, 11. September 2026, 15 – 17 Uhr (8 – 12 Jahre)
Samstag, 12. September 2026, 10 – 12 Uhr (4 – 7 Jahre)
Foto: The Hive, Fotografie (Videostill) / Performance, Togo, 2023. © Jeremias Heppeler
JEREMIAS HEPPELER
alle sichtbaren dinge (sind nur masken aus karton)
MULTIMEDIALE 2026 – Sommer-Kunst-Festival im Galeriehof
PARALLELWELTEN
MULTIMEDIALE 2026 – Sommer-Kunst-Festival im Galeriehof
PARALLELWELTEN
28. August 2026 | 4. September 2026 | 11. September 2026
Stadt Tuttlingen
Die MULTIMEDIALE 2026 „Parallelwelten“ blickt auf die Aspekte des
Neben- und Miteinanders im Kleinen und im Großen. In dieser dritten
Folge der MULTIMEDIALE liegt der Akzent auf soziologischen
Aspekten der Verschiedenheit und Gleichzeitigkeit von mehr oder
weniger miteinander kommunizierenden Lebensbereichen. Wie sind
die Rollen und Aufgaben in allen Bereichen des Lebens verteilt? Wo
besteht Offenheit zwischen verschiedenen Sphären und an welchen
Stellen sind Bereiche voneinander getrennt? Sie kann somit als thematische Fortsetzung der beiden vorangegangenen MULTIMEDIALEN
gesehen werden: „Geteilte Erde“ (2022) mit dem Blick auf die
Beziehungen und Abgrenzungen von Menschen und Nationen und
„Biotopisch“ (2024) zu den Interdependenzen menschlicher, tierischer
und pflanzlicher Wesen.
Das Reizvolle an dem Veranstaltungsformat der MULTIMEDIALE ist
der sommerliche Festivalcharakter, der den Galeriehof als Freiluft-
Schauplatz mit Leben füllt. Auf ihm werden Medien und Ausdrucksformen
aller Art verknüpft und verschiedene Sinneserlebnisse ins Spiel
gebracht.
Freitag, 28. August 2026
19 Uhr (in der Galerie)
JEREMIAS HEPPELER – alle sichtbaren dinge
(sind nur masken aus karton)
Neben dem zentralen Werk „Der Wal“, mit dem Jeremias
Heppeler den Kunstmarkt auf spielerische Weise
hinterfragt, zeigt er Videoarbeiten und Masken, die
während seiner zahlreichen Auslandsprojekte entstanden
sind.
20 Uhr (im Galeriehof)
Performance und Sound
Künstler*innenkollektiv „Dieter Meiers Rinderfarm“– JEREMIAS HEPPELER, MIA NÄGELI und JESSICA JURASSICA
Band „die hunde“ – JEREMIAS HEPPELER, CHRISTOF
HEPPELER und JAN WAGNER
Freitag, 4. September 2026
19 Uhr (im Galeriehof)
RONJA HERMANN und BEN MAIER
Ronja Hermann und Ben Maier arbeiten mit dem Medium der Fotografie
an der Schnittstelle von Dokumentation und künstlerischer Recherche.
In ihren gemeinsamen Projekten untersuchen sie soziale Konstrukte und
Lebensrealitäten des ländlichen Raums.
Für die MULTIMEDIALE widmen sie sich Wirtshäusern als Orten des Verschwindens. Welche Relevanz besitzen diese Räume für das Leben
und die Gemeinschaft im ländlichen Raum? Ihre Arbeit führt auch in die Parallelwelt von Menschen, die im Alltag oft unbeachtet bleiben, und
eröffnet mit Porträts und Erzählungen Einblicke in vielfältige Lebensentwürfe.
Außerdem stellen sie sich die Frage, wie Landschaften zum Träger von Mythen und Projektionen werden, in denen sich Vergangenheit, Gegenwart und Fiktion vermischen.
An diesem Abend öffnen sie ihre künstlerische Recherche: eine vielschichtige Installation aus Fotografie, Erzählungen und Musik.
Freitag, 11. September 2026
19 Uhr (im Galeriehof)
JOCHEN DAMIAN FISCHER
Im Jahr 2017 brachte Jochen Damian Fischer die Arbeit „Leierkastenautomat“ im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen der Stadt Tuttlingen und der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart nach Tuttlingen. Mit dem „Leierkastenautomat“ entwickelte Jochen Damian Fischer eine soziale Plastik, die auf die lokale Situation und auf Einrichtungen für wohnungslose Menschen vor Ort Bezug nahm. Gegen
eine Spende spielte der Automat Drehorgelmelodien ab. Die gespendeten
Einnahmen kamen der Wärmestube e.V. Tuttlingen zugute, die zugleich die Patenschaft für das Kunstwerk übernahm. Mehrfach
erfuhr das Werk Vandalismus, musste jedoch nach einem Aufbruch im
Jahr 2020 deinstalliert und im städtischen Bauhof eingelagert werden.
2026 wird der „Leierkastenautomat“ im Rahmen der Multimediale
2026 reaktiviert, wodurch nicht nur das Kunstwerk, sondern auch die gemeinsame Kooperation erneut belebt wird.
Freitag, 11. September 2026
20 Uhr (im Galeriehof)
PANKA CHIRER-GEYER
Ursprünglich Malerin, nutzt Panka Chirer-Geyer inzwischen mehrere gattungsübergreifende Ausdrucksformen. Sie setzt sich mit Orten auseinander, die ihr aufgrund ihrer Biografie als eine in den Niederlanden aufgewachsene Tochter ungarischer Eltern selbst „Heimat“ bedeuten können. So wird ein Zwiegespräch zwischen Panka Chirer-Geyer und Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck das Künstlerbuch „AM SELBEN ORT“, eine Spurensuche in Bild und Wort, behandeln. Darin geht es um Orte in und um Budapest, woher die Eltern der Künstlerin ursprünglich kommen, um die Suche nach den Lebensspuren der Familie sowie deren Flucht und Verfolgung.
Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft bilden eine wichtige Basis der interkulturellen Forschungsarbeit der Künstlerin. Sie
wird einige ihrer Laufschriften mit Gedanken über Heimat und Identität zeigen, die an Info-Displays öffentlicher Orte erinnern. Auf ihren bisherigen Recherchen aufbauend, wird die Künstlerin speziell für die
MULTIMEDIALE 2026 mit Bürger*innen aus Tuttlingen zum Thema „Parallelwelten“ das Gespräch suchen und Auszüge des Gesagten
präsentieren.
JAN DOUMA UND KATRIN LAADE
19. September – 25. Oktober 2026
Kunstkreis Tuttlingen e.V.
Die Düsseldorfer Malerin Katrin Laade zeigt Bilder in einer Ausstellung gemeinsam mit Skulpturen des bei Freiburg i. Br. lebenden Bildhauers und Malers Jan Douma.
Über ihre Arbeit schreibt Katrin Laade: „Für mich ist die Auseinandersetzung mit Farbe und Bildraum ein zentrales Anliegen. Ich bewege mich im Spektrum abstrakter Malerei, prozessuale Abläufe sind verfahrensgebend. Dennoch liegen den Bildern Fotos von realen Gegebenheiten, gesellschaftlich-politischen oder Natur-Ereignissen zugrunde.
Ich versuche, den Formenkanon der Moderne zu benutzen, ihn aber gleichzeitig im Sinne einer zeitgenössischen Haltung zu variieren und die Spielarten und Ränder abstrakter Malerei zu erweitern und weiterzuentwickeln. Meinen eigentlichen Antrieb bestimmen aber die Suche nach der Unberechenbarkeit guter Malerei und die Frage, inwieweit sich Mal- und Denkprozesse zu einer künstlerischen Einheit verbinden.“
Die Skulpturen des gebürtigen Niederländers Jan Douma sind zurückhaltend und reduziert in der Form. Häufig bestehen sie aus einzelnen Elementen, die nebeneinander stehen, aufeinander liegen oder sich anlehnen. Zusammengefügt oder auch aus einem Stück herausgearbeitet, treten die einzelnen Teile miteinander in Dialog. Die verwendeten Materialien sind Stein, Beton, korrodiertes Eisen oder geflämmtes Holz, einzeln oder in Kombination. Die Materialien werden unterschiedlich bearbeitet, fast roh belassen und mit nur minimalen Eingriffen versehen, oder komplett durchgeformt und fein geschliffen. Die Arbeitsweise ist vielfach ein Prozess der Reduktion, des Abwiegens von Formen gegeneinander und des Nachspürens im Zusammenspiel zwischen Form, Material und Oberfläche. Die Oberflächenstrukturen spielen dabei eine wichtige Rolle. Zentral sind die Zwischenbereiche, Übergänge und Bezüge. Im gesamten Arbeitsprozess wird versucht, eine Offenheit zu bewahren und auch Unfertiges, Zufälliges und Fehlerhaftes zu integrieren.
Eröffnung Freitag, 18. September 2026, 19 Uhr
Foto: Katrin Laade, Cosmic, Acryl, Spraypaint auf genähtem und gefärbtem Nessel,
170 x 115 cm, 2025.
JAN DOUMA UND KATRIN LAADE
SOPHIA CONSTA
PARALLELWELTEN
SOPHIA CONSTA
[diː ʃaːm]
31. Oktober – 28. November 2026
Kunstkreis Tuttlingen e.V.
Mit der Ausstellung [diː ʃaːm] lädt die Künstlerin Sophia Consta (geb. 1983, Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Gustav
Kluge und École Nationale Supérieure des Beaux Arts de Paris bei Prof. Pat Andréa) zu einer Reflexion über ein Thema ein, das emotional und körperlich tief in unserer Kultur, Sprache und Geschichte verwurzelt ist: die Scham.
Der Titel in Lautschrift ist kein Zufall: er macht die „Scham“ unsichtbar und fordert gleichzeitig dazu auf, sie laut auszusprechen, so dass sich das Schamgefühl löst. Diese Gratwanderung zwischen Verbergen und Sichtbarmachen durchzieht die gesamte Ausstellung. Ein vielschichtiges Panorama von radikaler Selbstbeobachtung, kultureller Kodierung und feministischer Reflexion entfaltet sich.
Einen Schwerpunkt bilden dabei Constas Selbstporträts, die sie seit 2006 jährlich in gleichbleibendem Format malt. Als Malerin und Modell zugleich zeigt sie ihren nackten Körper im Wandel der Zeit, ohne ihn an unrealistische Schönheitsideale anzupassen. Vielmehr soll ein Gegenentwurf entstehen, der innere Prozesse sichtbar macht, fest verankerte Vorstellungen von Weiblichkeit, Scham und weiblicher Scham hinterfragt und ein neues, selbstbestimmtes Verhältnis zur Natur formuliert.
Von der Untermalung bis zum pastosen Farbauftrag spannt Sophia Consta dabei einen malerischen Bogen, den sie mit zeitgenössischen Fragestellungen in Dialog setzt. Ihre Bilder entstehen langsam, in
meditativer Tiefe – als Gegenpol zur flüchtigen Bilderflut unserer Zeit.
In der dreiteiligen Ausstellungsarchitektur – Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss – wird die Scham als Konstante über Zeiträume hinweg sichtbar: im Ausloten zwischen kindlicher Ungezwungenheit und bewusstem Eingreifen, im Echo an religiöse Mythen wie Adam und Eva sowie als Spiegel gesellschaftlicher Normen der Gegenwart und als Frage an zukünftige Körperbilder und Identitäten. Darüber hinaus regt die Ausstellung durch interaktive Elemente die Besucher*innen dazu an, eigene Erfahrungen mit dem Thema Scham neu wahrzunehmen und zu reflektieren.
Eröffnung Freitag, 30. Oktober 2026, 19 Uhr
JAHRESAUSSTELLUNG 2026
Neue Arbeiten von Künstler*innen aus der Region
5. Dezember 2026 – 10. Januar 2027
Stadt Tuttlingen
Im Rahmen der traditionellen Jahresausstellung der Galerie der Stadt Tuttlingen sind Künstler*innen der Region im Umkreis von
50 km eingeladen, sich mit ihren neuen Arbeiten zu bewerben. Über die Zulassung zur Ausstellung entscheidet eine jährlich unterschiedlich besetzte, unabhängige Jury, die sich aus Mitgliedern des Gemeinderats und Vertreter*innen des Kunstlebens zusammensetzt. Hieraus resultiert eine abwechslungsreiche Schau, die den Besucher*innen Einblick in das reiche und vielfältige Kunstschaffen in der
Region vermittelt.
Eröffnung Freitag, 4. Dezember 2026, 19 Uhr
Führung Mittwoch, 9. Dezember 2026, 17 Uhr
Eureka! Kunstworkshops für Kinder
Freitag, 11. Dezember 2026, 15 – 17 Uhr (8 – 12 Jahre)
Samstag, 12. Dezember 2026, 10 – 12 Uhr (4 – 7 Jahre)
Foto: Jahresausstellung 2024. © Galerie der Stadt Tuttlingen; Foto: Nadja Dosterschill
JAHRESAUSSTELLUNG 2026
Neue Arbeiten von Künstler*innen aus der Region